Es war Freitag. Nach dem wöchentlichen Großeinkauf steh ich mit mehreren blaugelben Einkaufstaschen im Hausflur und hol kurz Luft zum Hochtragen. Vier Etagen mit Zusatzgewichten sind zwar schwer zu ertragen, aber dennoch zu bewältigen. Kurz vorm Startschuss öffnet sich die Hauseingangstür und ein neuer Nachbar kommt ganz aufgeregt auf mich zu und stammelt etwas von “die sind doch viel zu schwer für dich” und “komm ich trage sie dir hoch”.

»Es muss schon unheimlich schlimm um mich stehen.«

Seh ich wirklich so gebrechlich aus, dass mir ein Mittdreißiger beim Tütentragen helfen muss? 6 Monate Training und dann sowas (okay, ich nenne es jetzt mal Luxusproblem)? Wahrscheinlich muss ich meinen Alltag in Zukunft leicht bekleideter bestreiten, damit meine lieben Mitmenschen erkennen, dass ich die schweren Dinge im Leben auch selbst meistern kann. Nun gut. Nett gemeint. Ich verabschiede mich mit einem leichten Schmunzler von dem aus der Puste gekommenen Nachbarn mit den Worten

»Bis nächste Woche, gleiche Zeit, gleicher Ort.«

Wer will schließlich nur den kleinen Finger, wenn er die ganze Hand haben kann …

Take it easy, Cheezy.

Um meine Muskeln auch weiterhin in Form zu halten und zukünftig solchen deprimierenden Situationen aus dem Weg zu gehen, mussten wieder ein paar leckere Proteinrezepte her, die schnell gehen, lecker schmecken und möglichst viel vom Protein-Tagesbedarf abdecken. Ein Kuchen wie bei Oma und ein Pudding wie aus der Schulkantine (nur besser) … was kann es Besseres geben.

Käsekuchen.

Ich war nie ein großer Fan von Käsekuchen (oder auch Quarkkuchen genannt, für alle Österreicher: Topfentorte), aber dennoch hat er mich viel und oft in meiner Kindheit begleitet. Egal zu welcher Gelegenheit, er war immer mit dabei. Also habe ich ein heimatliches Käsekuchenrezept rausgesucht und es so abgewandelt, dass es Low Carb und möglichst reich an Proteinen ist. Und siehe da, jetzt mag ich ihn auch.

Zutaten für eine Kastenform:

  • 250 g Magertopfen/ Magerquark
  • 5 Eier
  • 60 g Protein Pulver 85 % (Geschmack Vanille)
  • (als Extra: 30 g Wheyprotein ohne Geschmack – dann ist der Kuchen ideal als Snack nach dem Training)
  • 5 g Stevia
  • Mark einer Vanilleschote
  • 1 Teelöffel Backpulver
  • 40 g Haferkleie
  • Schale einer unbehandelten Zitrone (gerieben)
  • 1 EL Virgin Coconut Oil oder Olivenöl
  • Prise Zimt
  • Prise Salz

Zubereitung:

Alle Zutaten verrühren (ohne Armkraft empfiehlt sich ein elektrisches Handrührgerät) bis eine einheitliche Teigmasse entsteht. Die fertige Masse in eine Silikonkastenform geben und im vorgeheizten Backofen bei 170 Grad Ober- und Unterhitze für 50 – 60 Minuten backen. Nach dem Backen abkühlen lassen. Aufgrund der Zubereitung mit Eiern empfiehlt sich die Lagerung im Kühlschrank. Bei der Geschmacksexplosion dürfte der Käsekuchen aber nicht lange halten …

Teigmasse Käsekuchen

Käsekuchen aus dem Ofen

Käsekuchen fertig

Schaut doch aus wie das Original. Wer eine normale Kuchenform nimmt (rund), der kann 250 g Topfen/ Quark zusätzlich zur Grundmasse nehmen. Dann schauts auch aus wie bei Oma …

Frühstücks – Eiweiß – Pudding.

Ideal nach dem Aufstehen empfiehlt sich der Frühstücks – Eiweiß – Pudding. Das Originalrezept gab es bei LowCarbGoodies. Habe es noch ein wenig sportlicher gemacht und zum Grundrezept Wheyprotein hinzugefügt, welches normalerweise kurz nach dem Aufstehen als Shake verzehrt werden sollte um das Proteindefizit nach dem Schlafen wieder aufzufüllen.

Zutaten Pudding

Zitrone habe ich schon vor dem Fotoshooting vernichtet.

Zutaten:

  • Kokosmilch (400ml)
  • 500 g Erdbeeren püriert (oder auch andere Beeren)
  • Saft von 1 Zitrone
  • 8 Blatt Gelatine
  • 60 g Wheyprotein (Geschmack: neutral oder Vanille)

Zubereitung:

Die Kokosmilch in einem Topf erwärmen, die Gelatine zwischenzeitlich in Wasser einlegen und nach dem Aufweichen zur erwärmten Kokosmilch hinzufügen. Die Erdbeeren mitsamt dem Zitronensaft und dem Wheyprotein in den Mixer geben. Anschließend die Kokos-Gelatine-Milch hinzugeben, noch einmal mixen und ab in die Gläser. Den Pudding abkühlen lassen und in den Kühlschrank stellen. Die Teile haben absolutes Suchtpotential!

Pudding fertig

In diesem Sinne:

» Käsekuchen ist so gesehen ein Lügner, weil er nicht aus Käse ist, aber lieber mit einer Lüge leben und ihn genießen, als sich nicht mit einer zarten Versuchung wegen eines falschen Namens einzulassen.«

das Gleiche gilt auch für den Pudding:

» Eiweißpudding ist ebenfalls ein Lügner, weil er nicht aus Milch, Stärke und Grieß besteht, wie ein traditioneller Pudding. «

Was uns Käsekuchen und Eiweißpudding fürs Leben lehren:

» Es kommt nicht darauf an, wie du heißt, sondern darauf was du kannst,
und was du daraus machst.«

-Nikki.