Pillendreher in der Nachbarschaft.

Bei mir um die Ecke hat ein neuer Sporternährungsladen aufgemacht. Toll, denke ich mir. Neugierde trieb mich zu einem Besuch, Enttäuschung lies mich wieder gehen. Wie so oft erlebt, ähneln sich Fachkenntnisse und Produktangebot in verschiedenen Läden gleichermaßen. So allmählich kann ich jeden verstehen, der sich weigert, diese “Dienstleistungsunternehmen“ zu besuchen. Wie sagt man doch so schön

»der erste Eindruck zählt.«

Okay, wenn dem so ist, warum stehen dann zwei ganzkörpertätowierte Typen, ähnlich dem Putzbrocken mit Duftnote der ahnunglosen Hausfrauen chemische Reiniger seit 1960 andreht, rauchend vor dem Laden? Aufgepumpt, haarlos und für mich eine Ladung Klischee zuviel. Schade, denke ich mir, aber Neugierde treibt mich weiter zur Verkaufsfläche. Glitzernde Dose in allen Farbvariationen lassen meinen Kopf zur Disko und meine Augen zur Spiegelkugel werden. Aber die haben die Rechnung ohne meine Schwarzlichtlampe gemacht. Das es sich bei den Verkäufern bloß um Nebelscheinwerfer handelt, war schnell festzustellen. Mit den Begriffen Glutenfrei und Weizenfrei bin ich sofort auf die Tanzfläche gestolpert und gefallen. In der Hoffnung, dass einer der Beiden mir bei der Frage nach Aspartamfrei wieder auf die Beine helfen kann, wurde ich leider liegengelassen.

Die Werbeindustrie hat uns fest im Griff und mit ihr alle klischeebehafteten Verkäufer. Lass dich nicht blenden! Bevor du ein Produkt kaufst, solltest du dich vorab im Internet über die Inhaltsstoffe kundig machen. Die Produkt-Banderolen sind bedruckt mit Worten wie „Power“, „Mega“, „Super“, „Pro“, „Mass“, „Powerman“, „Premium“, „Natural“, „Perfect“, „Body“, „Fresh“, „Low Carb“, „Gold Standard“ … die Liste ist lang. Klingt gut, aber Durchlesen ist manchmal hilfreicher als das eigene Bauchgefühl (kennste das? Du kaufst dir einen Low Carb Molke Drink und denkst du wirst allein nur durchs Trinken schon dünner?). Bevor du zu Nahrungsergänzungsmitteln greifst, stell dir erst die Frage, mit welchen natürlichen Lebensmitteln du dein Defizit an Nährstoffe ausgleichen kannst. Ist dir dies nicht möglich, wie bei mir beispielsweise der Eiweißbedarf, schau zuerst nach Produkten mit möglichst wenig Zusatzstoffen und wenn diese doch vorhanden sind, dann erst fragst du Mister Google. Der kann dich übrigends auch über die Nebenwirkungen und mögliche Überdosierung aufklären.

Gesagt, getan. Aspartam.

Lange war ich auf der Suche nach dem geeigneten Eiweißpräparat für mich. Anfangs habe ich das genommen, was mir empfohlen wurde. Wie ich heute weiß, war ich eindeutig zu gutgläubig. Ein Inhaltsstoff der mich lange begleitet hat ist Aspartam. Sein Eintrag aus meinem Freundschaftsbuch (gehört mittlerweile nicht mehr zu meinem Freundeskreis):

  • Name: Aspartam
  • Spitzname: E 951 oder unter den Ladys auch als „Amino Sweet“ bekannt
  • Geburtsort: im Labor, synthetisch hergestellter Süßstoff
  • Wohnort: in vielen Produkten wie etwa Softdrinks, Süßwaren, Backwaren und Milchprodukten und Nahrunsgergänzungsmitteln, Frühstückscerealien, Kaugummi, Trockenmischungen für Getränke, Instantkaffee, Tee- und Milchgetränken, Pudding, Fertiggerichten
  • Gewicht: erlaubte Tagesdosis beträgt in der Europäischen Union 40 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht
  • Lieblingsstar: James M. Schlatter (Chemiker und zufälliger Erfinder)
  • Das mache ich am liebsten: ich schmecke süß und verleihe Lebensmitteln mit einem geringen Energiegehalt einen guten Geschmack (z. B. Eiweißpulver), in höheren Mengen kann ich giftig werden und Muskelschmerzen (Fibromyalgie) verursachen, aber auch Krämpfe, Gefühllosigkeit in Armen und Beinen, Schwindel, Kopfschmerzen, Ohrensausen, Gelenkschmerzen, Depressionen, Panikattacken, verwaschene Sprache, unscharfes Sehen und Gedächtnisschwund, unbändigen Heißhunger und Fressattacken
  • Das mag ich garnicht: wenn mich jemand ärgert
  • Dein Motto: „Nichts ist wie es scheint“

In diesem Sinne:

Nikko Ganzkörper

 

»Lieber Glatze als giftig.«

-Nikko. (macht jetzt ne Woche Urlaub mit seinen Atzenfreunden)

Nur so zum Schluss: Mit diesen Beitrag möchte ich natürlich nicht alle Nahrungsergänzungsläden über einen Kamm scheren. Es handelt sich hierbei um meine persönlichen Erfahrungen und ja, es gibt Ausnahmen.