Mich gibt es noch. Aber mein Handy und den Rechner gibt es nicht mehr. Pünktlich zum Jahresende, welches man im Normalfall gemütlich und ohne Stress ausklingen lassen sollte, geht die komplette Technik kaputt. Als habe die Hardwaremafia nur darauf gewartet mir mein wohl behütetes Blondinenleben zur Hölle zu machen und mir mein Weihnachtsgeld aus der Tasche zu ziehen. „Danke“ dafür, ist ja nicht so, dass ich zur Weihnachtssozialzeit mein erarbeitetes Vermögen lieber in gesellschaftliche Aktivitäten stecken würde, als in (un-)soziale Zurückgezogenheit und Eigenbrötlertum. So sieht nämlich momentan mein Freizeitleben aus. Statt leckeren Rezepten und geselligen Trainingseinheiten, rauben mir (laut Herstellerangaben) 127 Apps meine Zeit und Nerven. Wertvoll ist dabei allerdings nur der Preis.

»Smartphone + Tablet = Phablet.«

Wieder was gelernt. Auf der Suche nach einer schnellen Lösung, bin ich auf das Phablet gestoßen. Man könnte auch stolpern sagen, bei dieser nicht zu übersehenden Größe. Um meiner Isolation als vermeintlicher Chippie, (oder auch Nerd) entgegen zu wirken, habe ich meinen neuen Begleiter kurzerhand mit zum Essen genommen. Indisch à la carte. Leider musste ich schnell feststellen, dass die ältere Generation mit Phablets offensichtlich nicht viel anfangen kann, nachdem der Nebentisch heftig anfing mit dem (kleinen) iPhone zu gestikulieren. Frei nach dem Motto:

»Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität.«

Danke für die Blumen, wenn ich mich rein äußerlich noch zur Jugend zählen darf, aber laut altermäßiger Begrenzung kann ich mich von diesem Motto distanzieren. Egal ob als Teenager oder Erwachsener, die Ignoranz ist dabei immer noch die beste Verteidigung, immerhin habe ich mich ja auch nicht über deren SUV (das Phablet unter den Autos) vor dem Restaurant beschwert. Ein alter Ford Fiesta hätte sie schließlich auch zum Essen gebracht, auch ohne Allrad.

Madhuban Dinner.

Madhuban Dinner. Das Essen hat geschmeckt, trotz Diskussionen darüber wer „den Größten“ hat

»Ich habe mir immer gewünscht, dass mein Computer so leicht zu bedienen ist wie mein Telefon. Mein Wunsch ging in Erfüllung: mein Telefon kann ich jetzt auch nicht mehr bedienen.«

(Bjarne Stroustrup)

Aus diesem Grund werde ich noch ein paar Tage brauchen, um meine gänzliche Unwissenheit mit den Apps dieser Welt zu paaren und mir dann zukünftig via Phablet einen Ast abzuschreiben. Dann auch zum ersten Mal wortgewandt von unterwegs. Also quasi bis gleich.

In diesem Sinne:

»Nicht verzagen, Handbuch fragen.«

– Technikki.