Nun sitze ich hier auf dem Balkon, bei bestem Wetter und werde von oberkörperfreien Schornsteinbauern vom gegenüberliegenden Dach beobachtet. Nicht schlecht wird man sich denken, aber meine Denkerstirn spricht eine andere Sprache. Seit Samstag bin ich ein offizielles Opfer. Ein Handydiebstahlopfer. Ist ja nur ein Handy, habe ich sagen hören. Ich könnt heulen, nicht dem materiellen Wert wegen (okay, ein bisschen schon), aber dem persönlichen.

»Hass und Neid machen die Menschen hässlich.«

Noch in der gleichen Nacht habe ich der Polizei einen Besuch abgestattet. Auf dem Weg dorthin, passend im strömenden Regen, habe ich geflucht. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie soviel geflucht. Bis zu diesem Tag, oder besser Nacht, hab ich immer versucht das Gute in all denjenigen Menschen zu sehen, die scheinbar ausgeschlossen im Alltag als graue Schatten durch die Innenstadt irren. Sicher hat jeder von ihnen seine eigene Geschichte, aber ich bin mir auch sicher, dass sie mehr Geld in der Tasche haben, als jemand der 8 Stunden am Tag arbeiten geht und sein Geld auf ehrlichem Wege verdient. Mein Mitleid hält sich daher in Grenzen. Traurig über die verlorengegangenen Erinnerung meiner Mobiltelefonkarriere habe ich mich die kommenden Tage in viel gute Musik und Sport geflüchtet.

Neu gewonnene Freiheit.

Mein aktuelle Akkustand beläuft sich mometan auf gerade einmal 3 Stunden. Kein Internet, nur Anrufe und SMS verkürzen den Ladestand. Es hat ein wenig gedauert einen positiven Rückschluss aus dieser Situation zu ziehen. Mein altes Handy liegt momentan irgendwo ohne Beachtung in der Wohnung und fristet sein Singledasein. Meine neu gewonnene Freiheit lässt mich wieder mehr am eigenen Leben teilhaben. Wer sich einmal selbst beobachtet, wird ziemlich schnell feststellen, wieviel Zeit für soziale Interaktionen draufgeht. Das ist eigentlich nicht mehr feierlich. Darum war ich heute erst einmal im Fitnessstudio und habe, wie versprochen, meine Bierbauchvorsorge visuell festhalten lassen. Ohne große Worte, weil mir eigentlich gerade nicht nach Schreiben zumute ist.

Bierbauchvorsorge.

Der Beinsenker.

Auf der Matte liegend mit dem Blick zur Decke, hebst du die Beine senkrecht nach oben. Die Zehen bleiben während der gesamten Übung gestreckt. Damit das Eigengewicht nicht zu sehr auf das Steißbein drückt, legst du die Hände mit den Handflächen auf den Boden unter den Po. Der Oberkörper bleibt permanent ein paar Zentimeter über dem Boden.

1 Ausgangsposition 1 Endposition

Genie in a Bottle.

Du setzt dich auf die Matte mit angewinkelten Beinen und verschränkten Armen. Der Hals bleibt während der gesamten Übungsausführung in der Verlängerung der Wirbelsäule. Bei der Übung selbst, ziehst du die Beine zu den verschränkten Armen heran und hälst diese Position für 2 mal ein- und ausatmen. Mit der Ausatmung gehen die Fersen zurück auf den Boden. Die Fußspitzen bleiben permanent angezogen. Der Oberkörper bleibt bei dieser Übung in einer Position.

2 Genie in a Bottle

2 Genie in a bottle

Luftlaufen.

Auf der Matte liegend mit dem Blick zur Decke, hebst du beide Beine senkrecht zur Decke, immer in einem leicht gebeugtem Zustand. Die Arme sind permanent hinter dem Kopf verschränkt und die Schulterblätter liegen am Boden auf. Die Zehen werden angezogen und du beginnst mit langsamen Laufbewegungen. Die Schrittgröße kann dabei varieren, je nach Schwierigkeitsgrad und Können.

6

6End

Die Zitterpartie.

Eine schöne, aber auch anstrengende Halteübung. Mach dich auf ein ordentliches Bauchzittern gefasst. Die Beine liegen mit gestreckten Zehen am Boden und dein Körper lehnt sich langsam nach. Die Arme werden parallel zu den Beinen nach vorne gestreckt und der Kopf bleibt auch hier in der Verlängerung der Wirbelsäule. Ein- und ausatmen nicht vergessen und solange halten wie es möglich ist. Wiederholung je nach Kraft.

5

Der Stern.

Sitzend auf dem Boden umfasst du mit deinen Händen die angezogenen Beine. Mit der Ausatmung streckst du Arme und Beine wie ein Stern von dir und hälst kurz über den Boden an. der Kopf ist dabei wieder in der Verlängerung der Wirbelsäule. Mit der Einatmung geht es wieder zurück in die Ausgangsposition. 25 Wiederholungen sollten dabei das Ziel sein.

7

7End

Der Beinsenker mit angewinkelten Armen.

Auf dem Boden sitzend mit angewinkelten Armen, streckst du die Beine leicht gebeugt im 30 – 60 Grad Winkel nach oben. Die Zehen bleiben permanent angezogen und der Blick geradeaus. Mit der Ausatmung senkst du die Beine langsam ab. Diese berühren aber nicht den Boden. Mit der Einatmung geht es wieder in die Ausgangsposition zurück.

3

3End

Alle Übungen können am Stück oder in deinen Trainingsplan integriert werden. Egal ob von Zuhause aus oder im Fitnessstudio. Pro Übung sind 25 Wiederholungen empfehlenswert oder man sucht sich drei Favoriten aus mit 3 Sätzen und 20 Wiederholungen.

Optimistisch bleiben.

Mit neuem Elan geht es in der kommenden Zeit weiter. Gerne hätte ich dir meine Osteressenskreation präsentiert, aber das Bildmaterial ist mit Sicherheit schon irgendwo im Ausland, wie mir die Polizei versichern konnte. Bei 200 Diebstählen hat gerade einmal eine Person das Glück, ein Stück Persönlichkeit zurück zu bekommen.

In diesem Sinne:

»Das Leben ist manchmal wie eine Ketchupflasche – erst kommt gar nichts, dann alles auf einmal.«

ABER

»Meist machen uns nicht die Schwierigkeiten des Lebens unglücklich, sondern die Art und Weise, wie wir damit umgehen.«

– Nikki.