Motzen.

Fakt ist: Vor lauter Posts und Gesprächen über Essen, Rezept und deren Geschmacksexplosion die einen permanent an allen Tageszeiten akustisch und visuell Griaß di sagen, bin ich satt. Mein Magen knurrt, nicht weil er Hunger hat, sondern weil er von der Flut an herzhaften und süßem Gedankengut erstickt. Verstopfung statt Durchfall. Oder besser noch

»Gedankliche Obstipation statt tatsächlichem Diarrhö.«

Perfekt. Noch vor der Mittagspause sitzt du einfach da und versuchst auf deinen Magen zu hören. Keine Antwort? Kein Problem! Wozu gibt es schließlich dieses Große Weite Web mit den vielen Antworten auf alle dir kaum vorstellbaren Fragen. Kaum ist eines der unzähligen sozialen Netzwerke geöffnet und schon springt dich ein 9-Gänge-Menü an. Was es heute geben würde?

Fressbook

Schau zur Mittagszeit auf Fressbook – Was würde es bei dir geben?

Vorspeise:

  • Waffeln mit Kaffee

Hauptgang:

  • Hamburger
  • Curry-Putengeschnetzeltes in Kokosmilch
  • Knoblauch-Schweine-Minutensteak im Papyrus Würzpapier
  • Rindfleisch mit Salat
  • dazu ein Bier/Sekt oder was die Leute noch so zum Mittag trinken/posten

Nachspeise:

  • eine Schüssel Joghurt mit Apfelmus, Beeren und Banane
  • 4 verschiedene Kuchenstücke
  • Oreo-Protein-Käsekuchen und noch einen Kaffee

Aus rechtlichen Gründen folgen an dieser Stelle keine privaten Posts meiner Mitmenschen in Form von Bildern, aber lasst euch eins gesagt sein:

»Wenn ihr kocht, wie ihr Bilder machen könnt, dann könnt ihr in meiner Mittagspause gerne mal vorbeikommen. Essen nicht vergessen.«

Motzspaß.

Leicht gefrustet und hungrig habe ich also unerledigter Mittagessenswünsche meinen Heimweg angetreten. Hat die arbeitende Bevölkerung wirklich soviel Zeit sich zum Mittag selbst zu bekochen? Luxus, den du dir nicht mal kaufen kannst, wie ich finde. Diese Tatsache konnte ich allerdings nicht auf mir beruhen lassen und war fest entschlossen während meines Heimtrainings (45 Minuten Krafttraining auf dem Teppich) nach einer Lösung für mein Mittagsproblem zu suchen.

»Schadenfreude ist die Tochter von Motzspaß.«

(aus privaten Gründen folgen an dieser Stelle keine Bilder vom Heimtraining, mehr Mut zur Hässlichkeit habe ich ja bereits bewiesen)

Meine Lösung:

Die Küchengöttin.

Küchengöttin_

»Die Göttin der Kochrezepte ist die Phantasie.«

Die Küchengöttin, als moderne Hausfrau, hat mir geraten mein Mittagessen vorzukochen. Gedacht, gekauft, getan. Zurück aus dem Supermarkt, war der Küchengöttin`s erster Sohn geboren:

Würzfleisch mit Motzarella.

Zutaten für 2 Personen:

  • 600 g Fleisch deiner Wahl (Pute, Hähnchen, Schwein)
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Lorbeerblatt
  • 4 Körner Piment/ Neugewürz
  • 1 Liter Rinder- oder Gemüsebrühe
  • 2 Esslöffel Butter
  • 4 Teelöffel Johannisbrotkernmehl (für die Low-Carb-Version als Ersatz für das Mehl)
  • 100 ml Weißwein
  • Prise Salz und Pfeffer
  • Worcestersauce
  • 400 g geriebener Mozzarella (Motzarella wäre in meinem Fall passender)

Zutaten Würzfleisch

Zubereitung:

Für die kohlenhydratreduzierte Version des Original-Würzfleisch wird zunächst das Fleisch und die Zwiebeln in kleine Stücke geschnitten und in einem Topf erhitzt. Wenn das Fleisch gar ist, wird dieses mit der Brühe aufgegossen und zusammen mit dem Lorbeerblatt und Pimentkörnern 20 Minuten bei mittlerer Hitze geköchelt. Danach setzt du einen weiteren Topf auf, in dem du die Butter erhitzt. Sobald diese geschmolzen ist, gibst du 4 Teelöffel vom Johannisbrotkernmehl hinzu und verrührst diese kräftig, so dass keine Klumpen entstehen. Danach wird das Fleisch mit der Brühe in den zweiten Topf gegeben und noch einmal kräftig umgerührt, bis eine sämige Masse entsteht. Das fertige Würzfleisch anschließend noch mit Salz und Pfeffer abschmecken, in kleine Gefäße füllen und bei 150 Grad Oberhitze im Ofen mit Mozzarella überbacken. Fertig!

Kochen

Schneiden, würzen, aufbrühen, in die Johannisbrotkernmehlschwitze geben und überbacken. Fertig ist das Low Carb Würzfleisch.

Würzfleisch mit Motzarella und Heinz.

Würzfleisch mit Motzarella und Heinz.

Fazit: Das Würzfleisch kommt dem Original sehr nahe. Es lässt sich problemlos in kleine Behälter abfüllen und ist somit ein klarer Favorit für ein warmes Mittagessen. Danke liebe Küchengöttin für deinen Rat!

In diesem Sinne:

»Ich liebe es mit Wein zu kochen.
Manchmal gebe ich ihn sogar ins Essen.«

-Küchenikki.