Melde mich pünktlich von meinem Tiroler Couchdasein als Hustinette zurück. Das Gute daran? Eigentlich nur das eingegliederte Wort „nett“. Ich muss allerdings zugeben, dass ich heute nicht ganz so nett war. Habe meine vorherbstliche Erkältung nach getaner Arbeit als Vorwand genommen, nicht mit jedem Greenpeace-Aktivisten der Stadt Innsbruck zu sprechen. Besonders gut kam die Ausrede

»Ich kann jetzt nicht, ich bin krank.«

Den bin ich dann für die ganze Woche los, dank rauchig erotischer Stimme und einem handfestem Alibi. Dann stand plötzlich mein Gewissen auf der Straße, hat mich einfach an einer roten Ampel eingeholt und gesagt, dass ich sowas nicht machen könnte. Im Endeffekt könnte das ja jeder behaupten und dann gäbe es keine Aktivisten mehr. Das wäre doch schade …

Der Hustinettenbär.

Couch

Hallo Welt! Grüße von der Couch. Heute nur mit dem Handy.

Daheim angekommen, musste ich es mir trotz anderer Pläne mit dem Hustinettenbär auf der Couch bequem machen. Verschwitzt vom Heimweg gab es erstmal ein grünes Erkältungsbad, grüne Gurgellösung und grünen Tee. Sogar die Halstabletten waren grün. Kann das Zufall sein? Sollte trotz aktuellem Schwarz-Weiß-Herbsttrend alles grün werden? Ich habe keinen besonders grünen Farbfetisch, also musste was anderes her in mein krankes Farbuniversum.

Der Lilalaunebär.

Angetrieben vom Erkältungshungergefühl, habe ich den Kühlschrank geplündert.

»Ich schau immer in den Kühlschrank,

wenn ich nicht weiter weiß.«

Zutaten

Mein kulinarisches Zutatensortiment belief sich auf 250 g Himbeeren, 250 g Heidelbeeren, 200 ml ungesüßte Kokosmilch, 4 Esslöffel Bio – Kokosraspeln, eine Prise Zimt, 85% ige Zartbitterschokolade und einen Klecks Honig für die Halsschmerzen. Was daraus geworden ist?

Der überbackene Lilalaunebär.

Die Beeren habe ich gewaschen und in die Auflaufform gegeben. Den Backofengrill habe ich währenddessen (trotz Schnupfen noch multitaskingfähig) vorgeheizt bei 180 Grad. Danach einfach die Kokosmilch über die Beeren geben, die Kokosraspeln und den Zimt als Topping dazugeben und zum Schluss die dunkle Schokolade raspeln und den Lilalaunebär bestreuen. Für alle Halsschmerzenhaber den Honig strichförmig über den Auflauf geben (ansonsten ist das Dessert Low Carb) und ab in den Ofen für ca. 10 Minuten oder wer es richtig heiß mag, noch länger. Riecht herrlich und schmeckt fantastisch. Der guten Laune sollte nun nichts mehr im Weg stehen.

Unfertig.

Unfertig.

Fertig!

Fertig!

Der Gutelaunebär.

Da mein Sportprogramm trotz 3 Kg Gewichtszunahme noch etwas warten muss, will ich mir die Laune nicht verderben und machs mir mit meinem Auflauf auf dem Sofa gemütlich. Gute Musik sollte dabei auch nicht fehlen. Meine heutige musikalische Unterstützung mit Erinnerungsschwelgen an den Urlaub:

Der Erklärbär.

Auch wenn mal nicht alles nach Plan läuft, immer schön optimistisch bleiben (auch Realisten müssen das erst lernen).

In diesem Sinne ein wunderbares Gedicht aus dem Jahr 1982 von Martin Kippenberger:

Toter Punkt

Ein jeder hat manchmal Phasen,

wo er so lustlos wie nie

von Depressionen gepiesackt

sagt er: Rien ne vas plus.

Sein Leben scheint völlig im Eimer,

Er würde, zu Tode erschreckt,

am liebsten sich tiefkühlen lassen,

und ihm Jahr 2000 geweckt.

Doch klagt nicht, Freunde! Macht weiter,

auch wenn es mal nicht so funkt.

Besser ein lebendes Koma

als ein toter Punkt.

– Nikki. (heimliche Aktivistenliebhaberin, kann es bloß nicht immer so zeigen)