Flynikki.

Die Seele baumelt noch, aber der Rest vom Körper sitzt an diesem Montag Nachmittag schon wieder vor dem Rechner. Eine Woche voller Sonnenschein, Entspannung und Zeitlosigkeit liegt hinter mir und mit ihr auch die Familie, Freunde und Freundlichkeiten des heimatlichen Alltags. Vor einer Woche habe ich meine Sachen gepackt und bei Flynikki (bitte nicht verwechseln mit der bekannten österreichischen Fluggesellschaft eines dreimaligen Formel 1 Weltmeisters) eingecheckt. Mein spanischer Flieger hatte zwar keine Tragflächen, dafür eine B Säule mit einem herrlichen Blick auf die längsten Stahlschutzleitplanken die Österreich und Deutschland zu bieten haben. Eine Sitzplatzreservierung war zum Glück nicht nötig, da ich alleine in der First Class mein heißes Wasser im Airbus genießen durfte (Klimaanlage war leider ausgefallen). Ohne große Verspätungen bin ich am späten Montag Nachmittag am Airfurter Flughafen gelandet.

Check-in & Check-out.

Der Ausblick aus meiner familiären Pension lässt sich in einem Wort beschreiben: Baustelle. Blendet man enge Wege, Baustaub und hämmernde Geräuschkulissen in und um Erfurt aus, ist es doch wunderschön wie immer. Ich habe mir die Umleitungen durch kleine Gassen zu Nutze gemacht und die wirklich schönen Ecken entdeckt, die ich während meiner Jugend nicht wahrgenommen hatte. Als vermeintlicher Tourist getarnt, gewähre ich dir einen kurzen Einblick in mein Bilderarchiv:

Erfurter Dom
Erfurter Dom

Erfurt von oben

Petersberg 2
Auf dem Petersberg, mit Baustelle. Selbstverständlich.

Petersberg

Seelebaumeln am Petersberg
Gratis Seelebaumeln. Perfekt.

Verpflegung.

All inklusive. Für die Zeit meines Urlaubs habe ich lange darüber nachgedacht, wie und was ich essen werden. Mein Verstand und vermutlich auch mein Bauchgefühl habe mir die Lösung verraten:

»Schlemmen, aber bewusst und in Maßen.«

Gesagt, getan. Jeden Morgen gab es einen leckeren Kaffee schwarz to go, vorbei am Bäcker meines Vertrauens und den Puddingschnecken meiner langersehnten Gaumengeschmacksexplosion. Mit Blick auf die Gera an der Krämerbrücke, gab es gebräunte Studenten und gratis Seifenblasen.

Krämerbrücke Seifenblase 1
Krämerbrücke.

Krämerbrücke Seifenblasen 2

Mit Musik im Ohr und Seifenblasen auf meiner Haut, fiel mir ein, dass die Sache mit dem Essen für Viele ein Problem im Urlaub ist. Es ist sicher nicht besonders förderlich sich ungesund zu ernähren, nur weil man in einer fremden Stadt oder einem fremden Land ist und das Frühstücksbuffet nicht viel hergibt, aber es kommt auf die Kalorienzufuhr an. Wenn ich, wie gerade bschrieben, mir zum Frühstück ein Stück Kuchen gönne, dann schau ich wenigstens, dass ich meinen darauffolgenden Heißhunger mit ausreichend Proteinen (hab mir eine Dose mit Vanilleeiweiß mitgenommen) und Gemüse stille und nicht mehr esse als sonst. Mir ist aufgefallen, das Kuchenessen oder auch andere Gerichte mit Kohlenhydraten zwar den Moment pumpvoll machen, aber spätestens nach 30 Minuten läuft die Stewardess mit dem Essenswagen wieder an meiner Sitzreihe vorbei. An manchen Tagen gab es beispielsweise nur zum Mittag ein kohlenhydratreiches Essen (Klöße, Rouladen und Rotkraut), dann habe ich zum Frühstück lediglich Käse oder Wurst auf die Hand gegessen. Wo ein Wille, da eben auch ein Weg. Da ich nun nicht ganz fremd in Erfurt bin und einen Ofen zur Verfügung hatte, gab es auch noch einen

Kuchen für die Gastfreundschaft.

Für den Teig:

  • 3 Eier
  • 60 g Eiweiß (Geschmack: Vanille)
  • 2 Teelöffel Backpulver
  • 150 g gemahlene Mandeln
  • eine Handvoll Stachelbeeren
  • eine Handvoll Erdbeeren
  • eine Handvoll Johannisbeeren

Gastfreundschaftkuchen Teig

Zubereitung:

Alles in einer Schüssel vermischen und in eine Kastenform geben. Wer mag, kann den Kuchen noch mit Beeren dekorieren. Ohne Vorheizen bei 170 Grad Umluft benötigt der Kuchen ca. 45 – 50 Minuten. Das Gastfreundschaftsgeschenk kann sich riechen und schmecken lassen, natürlich Low Carb (es gab sogar Lob von den Nachbarn obendrüber, die an der Geruchsexplosion teilhaben durften).

Gastfreundschaftkuchen fertig

Unterhaltung.

Eigentlich war für die Woche ein Sportprogramm in einem Erfurter Fitnessstudio geplant. Eigentlich. Geworden ist daraus eine Woche Urlaub. Nicht nur geistig sondern auch körperlich für meine Muskeln, Sehnen und Bänder. Der Vorteil liegt darin, dass ich durch die Trainingspause wieder zusätzliche neue Aufbaureize nach neuem Trainingsbeginn schaffe. Ich werde zwar vermutlich weniger Gewichte dazu benötigen, aber die Muskelmasse (falls überhaupt etwas verloren gehen sollte) wird sich schnell an das alte Training erinnern und den den Vorurlaubszustand erreichen. Mehr Informationen dazu findest du auch unter diesem Artikel.

Meine passive Erholung am Erfurter Norstrand (BAYOU BEACH CLUB) war mit diesem Ausblick blau untermalt …

Nordstrand Artikelbild
Bayou Beach Club am Nordstrand Erfurt.
Nordstrand bei Nacht
Nordstrand bei Nacht.

In diesem Sinne:

»Herzlich Willkommen zurück in Innsbruck. Bitte bleiben Sie noch angeschnallt sitzen, bis wir die endgültige Parkposition erreicht haben und die Anschnallzeichen erloschen sind. Dann können Sie wieder drängeln und schubsen wie gewohnt. Kapitän Nikki verabschiedet sich mit ihrer imaginären Besatzung. Vielen Dank und auf Wiedersehen.«

Innsbruck von oben.
Innsbruck von oben.

– Flynikki. (2 Stunden Stau mit einer B Säule ohne Klimaanlage waren der Hit. Das nächste Mal reisen wir im Bikini. Versprochen.)