Chilläx.

Es ist immer noch viel zu heiß und meine Kreativader im Kopf scheint weiterhin etwas verstopft zu sein, was mich mehr stresst, als ich vermutet habe. Ein Grund von vielen, weshalb ich in den vergangenen Wochen öfter mit meinem körpereigenen Red Bull Bekanntschaft gemacht habe als mir lieb war. Die rote Brühe sprudelte oft schon kurz nach dem Aufstehen, wenn mein haariger Tigertarzan schon zwei Stunden vor dem Kaffee die Himmelbettbalken erklimmen muss, um auf sein vermeintliches Futterdefizit aufmerksam zu machen. Solche Tage sind meist in einem Streitgespräch zwischen gutem und schlechtem Stress meinerselbst eskaliert. Einmal auf 180 bringt mich nichts schneller aus der Fassung als gescheiterte Selbstoptimierung, isoliertes Arbeiten und zwanghafte Freundlichkeit.

»Ja, danke dass sie heute schon zum 5. Mal bei mir anrufen und die gleiche Frage stellen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie heute noch einmal anrufen, weil ich Ihnen dann zum 6. Mal die gleiche Auskunft geben kann.«

Dann braucht es nur noch auslaufendes Wurstwasser aus der zuvor geöffneten Frankfurter-Würstchen-Packung auf die frischen Klamotten und der Stress ist perfekt.

»Verfügst du auch über körpereigenes Red Bull? «

Stressoren.

Gute Laune Drops

Nein, da helfen auch keine Gute-Laune-Drops mehr. Für negativen Stress ist man meistens selbst zuständig. Ich finde das Wort schon unsympatisch, aber noch unsympatischer finde ich Diejenigen, die immer behaupten sie seien im Stress und haben keinen oder machen sich welchen, obwohl es keinen Grund dafür gibt. Stress gehört in unserer Gesellschaft wie das Drängeln auf der linken Fahrspur. Nur gibt es noch keinen Bußgeldkatalog für die heutigen Stressfaktoren. Diese werden eingeteilt in

  • mentale (Über- und Unterforderung, Leistungs- und Zeitdruck, unklare oder widersprüchliche Arbeitsanweisungen, wiederholte Arbeitsunterbrechungen durch EDV-Versagen, nervenaufreibende  Telefonate und Arbeitskollegen, zu hohe Verantwortung oder auch mangelndes Feedback etc.),
  • soziale (fehlende Anerkennung, schlechtes Betriebsklima, Konkurrenzdenken unter Mitarbeitern, isoliertes Arbeiten oder auch Benachteiligungen am Arbeitsplatz),
  • emotionale (erzwungenes Freundlichsein unabhängig von der eigenen Verfassung, Kränkung oder Beleidungen durch andere (z.B. verärgerte Kunden am Telefon) etc.),
  • und körperliche Stressoren( Kälte oder Hitze am Arbeitsplatz, Fließband-, Nacht-, und Schichtarbeit, keine Pausen, zu viel Lärm oder auch schlechte Arbeitsbedingungen wie zu helle Beleuchtung etc.)

Symptome.

Welche Signale kann dir dein Körper geben um dich auf negativen bzw. Dauerstress aufmerksam zu machen? Ich habe mir ein bisschen meiner stressfreien Zeit geraubt und einmal alle möglichen Symptome gesammelt. Du findest sicher ein paar dieser klebrigroten Flecken vom Adrenalingetränk, die dich hin und wieder auf deinem neuen weißen T-Shirt begleiten oder begleitet haben:

Grafik Symptome

»Wie gestresst bist du eigentlich?«

Stresstest.

Auf der Suche in den unendlichen Weiten des Internets, bin ich nicht nur auf neue, mir unbekannte Entspannungstechniken gestoßen, sondern auch auf eine Vielzahl an Stresstest. 11 Tests unterschiedlicher Art habe ich absolviert und das Erstaunliche daran:

Alle Test haben zu ein und demselben Ergebnis geführt!

Da ich die Glaubwürdigkeit mancher Test allerdings nicht unterstreichen möchte und auch keine Werbung dafür mache, überlasse ich es dir selbst, ob auch du dich im Internet kostenlos testest. Allein die Beschreibung der „einzelnen Stresstypen“ kann schon sehr lesenwert sein …

» Neben der Arbeitsbelastung und der Arbeitssituation gibt es noch andere Faktoren die Einfluss auf den Arbeitsstress haben. Einer von diesen Faktoren ist, ob Sie in der Lage sind, sich richtig zu entspannen. Sie scheinen sich nur mäßig entspannen zu können. «

Stressentsorgung.

Ich werde also an meiner sogenannten MÄSSIGEN ENTSPANNUNG arbeiten und mein körpereigenes Red Bull fachgerecht im Metallstoffbehälter entsorgen – oder sollte ich diese lieber in die Problemstoffsammlung geben? Gibt es eigentlich noch gelbe Säcke? Es muss also mehrere Wege zur Müllentsorgung geben.

Deinen Stress kannst du auf psychischer oder auch physischer Ebene loswerden.

  • seelische Stressentsorgung durch: Hypnose, Meditation, Autogenes (konzentrative Selbstentspannung)
  • körperliche Stressentsorgung durch: Atementspannung, progressive Muskelentspannung (Entspannung der Tiefenmuskulatur), Massagen jeder Art, Reise durch den Körper, Entspannung durch Musik, Körperwahrnehmungsübungen, Stretching, Atmung und Bewegung (Sportarten deiner Wahl)

Diese Arten der Stressregulation sind natürlich sehr zeitaufwändig und haben auch unterschiedliche Kostenfaktoren. In erster Linie sollte man sich natürlich die Zeit zum chilläxen nehmen. Wer dies trotzallem umgehen möchte, hat auch die Möglichkeit einfache Dinge in seinen Alltag einzubauen, die unbewusst das Stressrisiko senken und von ganz alleine auf den Entspannungmodus schalten. Wie wäre es zum Beispiel auf dem Arbeitsweg bewusst ein paar Schritte an der Luft einzuplanen, vielleicht mit deiner Lieblingsmusik im Ohr? Wer nach Arbeit erstmal keine Kraft zum Sportmachen findet, der sollte in Zukunft einen kurzen Powernap von ca. 30 Minuten einlegen. Ein Nickerchen macht gute Laune und leistungsfähiger als vorher. Wenn du entspannt durch den Tag kommen willst und immer wieder stressige Situationen erlebst, dann nimm dir eine kurze Auszeit. Setz dich bewusst hin und trinke ein Glas Wasser. Wer nicht gerne alleine ist, dem ist geraten in seiner Freizeit viele soziale Kontakte zu pflegen. Sie bringen deinen Kopf garantiert auf positive Gedanken und haben die beste Anti-Stress-Wirkung. Du arbeitest isoliert und hast dafür keine Gelegenheit? Dann nimm dich regelmäßig mit auf deine eigene Gedankenreise? Wie war das in deinem letzten Urlaub? Was macht dir Freude? Was bringt dich zum Lachen (generell sollte wieder viel mehr gelacht werden)? Gedankenabschweifungen während eines Gesprächs mit dem Chef würde ich dir aber lieber abraten …

 »STRESSED is DESSERTS spelled backwards.«

… deswegen gibt es heute ein süßes Rezept für die kleine Auszeit mit einem Antistressmineral.

Antistressmineral?

Magnesium. Jeder kennt es, aber wusstest du, dass das Supermineral die Erregungsvorgänge an Nerven und Muskeln hemmt und der großartigste Schutzengel für dein Nervenkostüm ist? Besonders viel davon findest du in grünem Gemüse, Beerenobst und in Nüssen. Was wäre also naheliegender als ein

Gestürzter Beerenwackelpudding.

 Zutaten für die Nervennahrung für 2 Portionen:

  • 50 g Erdbeeren frisch
  • 50 g Blaubeeren frisch
  • 18 Gelantineblätter
  • 0.25 l Wasser
  • Wer mag: 1 Esslöffel Honig oder ein paar Tropfen Stevia als Süße

Zutaten

Zubereitung:

Die Gelatine in lauwarmen Wasser auflösen und das Wasser unterrühren (nicht aufkochen!). Die Beeren waschen und mischen. Die Gelatine in zwei kleine Dessertschüsseln geben und solange kreisen lassen, bis die Wände der Schüsseln komplett mit der Gelatine bedeckt sind und abkühlen lassen. Danach die Beeren verteilen bis zum obersten Gelatinerand. Anschließend füllst du die Schüsseln mit dem Rest der Gelatineflüssigkeit auf. Die Dessertschüsseln abgedeckt in den Kühlschrank geben, für 15 min. Bevor du deinen Beerenwackelpudding stürzt, solltest du die Schüsseln kurz in warmes Wasser geben, sodass sich die Gelatine vom Glas lösen kann. Wenn alles gut geklappt hat, kannst du den gestürzten Beerenwackelpudding noch ausdekorieren mit Beerensoße oder Schlagsahne/Schlagobers.

Schaut nicht nur toll aus, sondern schmeckt perfekt, besonders an stressigen Tagen!

Beerenwackelpudding fern

Beerenwackelpudding nah

Für den krönenden Abschluss:

Ein neuer Hit aus meiner Nachhausegehentspannungsplaylist zum Abschalten –

»Nikki Goes To Hollywood – Chilläx (Don’t Do It)«

Für Alle die Mitsingen wollen:

»Oh oh Wee-ell-Now!

Chilläx don’t do it

When you want to go to it

Chilläx don’t do it

When you want to come

Chilläx don’t do it … «

– Nikki. (Kennst du nicht? Dann wirds Zeit … zum Entspannen. Aber keine Angst, ich fang deswegen nicht gleich mit Singen an.)

PS: Mein ganz persönliches Geheimrezept gegen Stress:

Chilläx Artikelbild

Hauptstress + Zusatzstress = URLAUB!