Dreck happens.

Die Winterpause ist vorbei und ich kann Schneewittchen wieder aus dem Tiefschlaf holen. Es kann endlich wieder losgehen. Mein SX-Trail ist fahrbereit, wenn auch nicht ganz sauber (an die Dreckbrösel in der Wohnung hat sich Aschenputtel längst gewöhnt). Für den ersten Tag dieser Saison habe ich mich heute mit einem neuem Trail an der Nordkette angefreundet. Alles gut gelaufen für die ersten Abfahrten und mein Aufbau-Training der letzten Monate hat sich endlich bezahlt gemacht.

Back on Dreck.

Downhill oder Freeride.

Das ist hier die Frage. Zu Beginn habe ich lange darüber nachgedacht, wie genau man nun den Mountainbikesport bezeichnen soll, den man da ausübt. Wer sich garnicht auskennt, dem versuche ich mal meine Version zu erklären:

Downhill.

unterscheidet sich im Wesentlichen dadurch, dass es auf Zeit gefahren wird. Je schneller, desto besser. Es ist nicht umsonst eine Wettkampfdisziplin bei der nur schnelles Abfahren zählt. Dabei kommt es nicht auf Tricks oder besonders hohe Sprünge an. Bei diesen Bikes zählt eigentlich nur der Federweg, die Stabilität und das Gewicht.  Man bewegt sich bei einem Federweg von 180-220 mm und einem Gewicht zwischen 17-22 Kg. Die Downhillbikes haben meist nur ein Kettenblatt, eine Doppelbrückengabel, eine bergaborinetierte Rahmengeometrie und einen recht langen Radstand für die Laufruhe. Die Art Räder ist eher tourenuntauglich (No Way Up!!!), aber ich kenne ein paar Verrückte, die damit einige Höhenmeter im Wiegeschritt absolvieren.

Zur Veranschaulichung zeige ich dir das neue Familienmitglied:

Demo 2012.

Freeride.

Hier geht es mehr um technische Elemente beim Fahren wie Sprünge, Drops, Steilkurven und Anliegern. Die Bikes verfügen über einen Federweg von 160-180 mm und haben meist ein Gesamtgewicht von 13-16 Kg. Der Radstand ist eher kürzer gehalten, um die Bikes sehr agil zu machen. Wer viel Ausdauer und Kraft mitbringt, kann damit sogar auf Touren gehen (ich schiebe lieber, Miau). Ich habe mir letztes Jahr einen frauenfreundlichen Freerider von Specialized geholt.

Mein SX Trail 2011:

SX Trail 2011

Was kann das.

Die Fahrtechnik.

Wenn du Bergab mit dem Rad unterwegs bist, brauchst du eine entsprechende Technik um den vielfältigsten Anforderungen die Stirn zu bieten (bitte nicht wortwörtlich nehmen- Stirn gegen Baum kommt nicht gut). Dazu gehören zum Beispiel Bodenwellen, lose Steine, Wurzeln die deinen Weg queren oder in deiner Fahrtrichtung verlaufen, Stufen, Sprünge, ein Wechsel zwischen festem, losen und glattem Untergrund. Je schneller du unterwegs bist, desto sicherer überwindest du die Hindernisse. Allerdings solltest du deine Grenzen kennen und dein Können einschätzen. Je langsamer du fährst, desto ausgefeilter muss deine Technik sein um die Hindernisse zu überwinden.

Körperliche Belastungen.

Damit du auch sicher unten ankommst und die Arme nicht zu sehr schlackern, wird bei diesem Sport eine sehr gute Fitness vorausgesetzt. Beim Fahren der Downhillbikes werden verschiedenste Kräfte freigesetzt, vorallem durch die Dämpfung von Stößen und bei der Beschleunigung. Diese beansprucht in kürzester Zeit viele Muskeln und du brauchst genügend Kraft um diesen Belastungen standzuhalten. Es fordert außerdem eine gute Koordination, Feinmotorik und Reaktion. In Sekundenschnelle musst du Entscheidungen treffen und ausführen (die richtige Bewegung zur richtigen Zeit – könnte auch zu einem anderen Thema passen) um schnell ins Ziel zu kommen. Neben diesen Eigenschaften solltest du auch ein gewisses Maß an Standhaftigkeit mitbringen (es geht immer noch nicht um das „andere Thema“) um mehrere Fahrten hinereinander absolvieren zu können. Wenn die Kraft nachlässt, gehst du immer das Risiko ein zu stürzen, dann solltest du lieber aufhören. Eine weitere Eigenschaft die du dringend brauchst ist die Schnellkraft (vorallem beim Downhill) um nach jedem Hindernis und auf leichteren Trails zu beschleunigen (maximales Herzklopfen – maximale Herzfrequenz erreichbar) . Außerdem brauchst du als Fahrer Respekt (bloß keine Angst) und ein gesundes Maß deine Fähigkeiten selbst ein- und nicht zu überschätzen. Mentale Stärke ist absolut notwendig in stressigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewaren und das Verletzungsrisiko so gering zu halten wie nur möglich.

Heutige Impressionen:

Die Fahrt.

1

2

3

Ausrüsten.

Die Schutzausrüstung bei dem Sport ist das A und O (bei mir variierte es oft zwischen A wie Angsthaben und O wie obafolln – zu deutsch: runterfallen). Jeder kann sich mit Hilfe von Protektoren gegen offene Wunden und leichte Prellungen schützen. Eine komplette Ausrüstung besteht aus Integralhelm, Schutzbrille, Nackenstütze, Oberkörperpanzer, Handschuhen, Ellbogen- und Knie-Schienbeinschonern.Wer hier spart, der spart auch an seiner Gesundheit. Wer an Wettkämpfen teilnimmt oder Bikeparks besuchen möchte, muss immer auch mit einer Ausrüstungspflicht rechnen.

Mein Rundumschutz:

safety 1st

In diesem Sinne:

„Ride here, right now.“

-Nikki.